Information
des
Wasser-
und Abwasserzweckverbandes Calau (WAC)
Sitz
Lübbenau/Spreewald
Folge 1/2007
Wissenswertes über die öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage
Ab
damit in die Toilette!?
Kommt
Ihnen das bekannt vor? Sie hatten Freunde zu Besuch, es gab Frittiertes. Wohin
mit dem Fett? Ab in die Toilette. Die Medikamente sind abgelaufen? Bestenfalls
noch aus der Verpackung geholt und ab in die Toilette. Papiertaschentücher,
Kosmetiktücher, Kaugummis, Kondome – alles rein in die Schüssel und runtergespült!
Sie haben etwas gestrichen, den Pinsel in etwas Verdünnung gereinigt und wollen
nicht auf die Sondermüllabfuhr warten?
Aber
ansonsten sind Sie ein umweltbewusster Mensch? Trennen Müll und sparen Trinkwasser,
wo es nur geht?
Haben
Sie schon einmal darüber nachgedacht, was mit dem passiert, was in den
Schmutzwasserkanal gelangt?
In
Berlin gab es eine Zeit, in der man in den alten Stadtbezirken wie Prenzlauer
Berg erst einmal auf den Toilettendeckel klopfen musste, bevor man thronte,
damit die unerwünschten vierbeinigen Besucher Zeit hatten, sich in die Kanäle
zurückzuziehen. Verursacht wurde das durch die unangenehme Angewohnheit,
Essensreste in der Toilette zu entsorgen.
Diverse
Tücher (auch Scheuertücher!) haben die lästige Gepflogenheit, die Rohre und
Kanäle zu verstopfen. Gleiches gilt für Kaugummis und Kondome. Das Gemisch aus
Fett, Schweb- und Feststoffen entwickelt sich zu einem betonähnlichen Klumpen,
der nur mit Spezialgeräten und unter hohem Aufwand aus den Rohren und Kanälen
entfernt werden kann. Selbst wenn es nicht sofort zu einer Verstopfung oder
einer Rattenplage kommt, setzen sich Feststoffe an den Innenwänden der Kanäle
ab und fangen an zu faulen. Die Folge ist eine allen bekannte
Geruchsbelästigung.
Nicht
mehr benötigte oder Medikamente mit abgelaufenem Verfallsdatum gehören
definitiv nicht in den Müll oder in den Schmutzwasserkanal, bitte bringen Sie
diese in die nächste Apotheke zurück, damit sie ordnungsgemäß entsorgt werden
können. Arzneirückstände im Wasser belasten Flüsse und Tierwelt. Kommunale
Kläranlagen sind nicht vorrangig dafür bestimmt, Rückstände von Spurenstoffen
im Nano- oder Mikrogrammbereich je Liter zu entfernen. Die Wissenschaft hat
seit längerem Östrogene aus Antibabypillen in Verdacht, bei männlichen Fischen
die Bildung weiblicher Geschlechtsorgane hervorzurufen. Was bewirkt dann erst
der Rest einer Packung unverbrauchter Antibiotika im Abwasser?
Gleiches
gilt dann auch für Rückstände von Chemikalien im Abwasser.
Wenn
Sie also das nächste Mal den Toilettendeckel öffnen, um das stille Örtchen zweckentfremdet
zu nutzen, bedenken Sie bitte, dass auf Umwegen der Bumerang zu Ihnen zurückkommt.
Fragen
zum Thema Schmutzwasser beantworten Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des Fachbereiches Technik/Abwasser unter der Telefonnummer 03542 41111 gern.
Ihr
Wasser- und Abwasserzweckverband Calau (WAC)