Information des

Wasser- und Abwasserzweckverbandes Calau (WAC)

Sitz Lübbenau/Spreewald

 

Folge 6.3/2006

 

Rund um das Trinkwasser

 

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden des WAC,

 

wir setzen mit unserer Folge 6.3 die Auswertung Ihrer Bemerkungen, Anregungen und Hinweise aus den Kundenfragebögen fort. Zur Vereinfachung haben wir die Beantwortung von Fragen zu gleichen Themen zusammengefasst.

 

„Der Wasserdruck in der Gemeinde Bischdorf ist mit 2,2 atü meiner Meinung zu gering. Durch den zu geringen Wasserdruck ist die Gewährleistung des Löschwassers der Unterflurhydranten nicht gegeben.“

 

„Leider fahren Sie oft einen zu hohen bar-Wert in die Trinkwasserleitung 8,5 – 9,8. Es kommt zu Überlaufsituationen bei der Heizung.“

 

Der Versorgungsdruck an den Ausgängen unserer wasserwirtschaftlichen Anlagen entspricht den DIN-Vorschriften und dem DVGW-Regelwerk. Er beträgt praktisch zwischen 3,8 und 5,8 bar je nach geodätischer Lage des Versorgungssystems. Dabei kann es immer Grenzbereiche geben, bei denen es im Einzelfall zu Druckschwankungen kommen kann. Die Wasserversorgungsanlagen sind so bemessen, dass nach den Gesichtspunkten der Einhaltung der rechtlichen Anforderungen und unter wirtschaftlichen Aspekten möglichst alle Kunden optimal versorgt werden. Die Grenzbereiche beziehen sich auf den minimalen und den maximalen Versorgungsdruck. Der minimale Versorgungsdruck beträgt bei Ortschaften mit ursprünglich eingeschossiger Bebauung 2,0 bar Mindestfließdruck am Hausanschluss. Dieser kann sogar bei Spitzenverbräuchen an wenigen Stunden im Jahr unterschritten werden. Vorausgesetzt, dass eine druckverlustarme, fachgerechte Hausinstallation besteht, steht dem Verbraucher dann an der letzten Verbrauchsstelle noch 1 bar Druck zur Verfügung. Mehr muss der WAC also an Versorgungsdruck nicht bereitstellen. Wir wissen jedoch darum, dass eine komfortable Nutzung des Trinkwassers unter diesen Bedingungen kaum machbar ist. Deshalb bemühen wir uns, in solchen schwach versorgten Bereichen Lösungen zu finden, wie wir es derzeit für die Ortslage Bischdorf tun. Bei solchen geringen Versorgungsdrücken ist natürlich keine Löschwasserversorgung aus Hydranten möglich. Aber der WAC ist auch nicht für die Löschwasserbereitstellung zuständig. Das sind die jeweiligen Gemeinden und Ämter. Der WAC hat mit diesen Verträge zur Löschwasserbereitstellung aus Hydranten abgeschlossen, wo es technisch möglich ist. Der WAC ist in erster Linie Wasserversorger und hat bei Wasserentnahme aus Hydranten einen Versorgungsdruck von 1,5 bar zu gewährleisten.

 

Der im technischen Regelwerk empfohlene Ruhedruck von 5 bis 6 bar wird durch die Anlagen des WAC nicht überschritten. In der Hausinstallation sollten die Sicherheitseinrichtungen auf 6 - 8 bar eingestellt werden. Der höchste Ruhedruck in der Hausinstallation sollte 8 bar nicht übersteigen, bei Trinkwasser aus den Wasserversorgungsanlagen des WAC wird dieser Wert aber nicht erreicht. Lokal könnte es u. U. dazu kommen, dass doch ein Druckminderer eingebaut werden muss, um kurze Spitzendruckstöße auszugleichen. Die Erfahrung des WAC ist es, dass für Druckstöße Unregelmäßigkeiten in den Hausinstallationen verantwortlich sind, insbesondere sind das defekte Membranen an Ausdehnungsgefäßen etc. Es ist unbedingt der Einzelfall zu prüfen, pauschalisierend kann man die Frage nicht beantworten. Bei häufigen Druckstößen über 6 bar in Ihrer Hausinstallation sollte auf alle Fälle ein Fachinstallateur zu Rate gezogen werden.

 

 

„Die Wasserqualität ist im Vergleich zu anderen Orten (z. B. Vetschau) schlecht, aber der Preis ist der Gleiche.“

 

„Die Trinkwasserqualität (teilweise Rostbildung) könnte etwas besser sein. Ich gehe davon aus, dass dies technische Probleme bereiten würde (Aufwand <-> Nutzen <-> Kosten)“

 

„Das Wasser ist bei uns sehr kalkhaltig. Das wirkt sich schadhaft auf die Armaturen aus.“

 

„Für die Trinkwasserqualität sollten in der Homepage Analysenwerte (repräsentativ) des Jahres 2005 angegeben werden.“

 

Gemäß § 16 (5) der „Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001“ vom 21. Mai 2001 ist der WAC verpflichtet, die in den Anlagen des WAC verwendeten Aufbereitungsstoffe bekannt zu geben. Diese Information erfolgte am 03.06.2006 in der „Lausitzer Rundschau“.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Härtebereiche des Trinkwassers der einzelnen Versorgungsgebiete des WAC aufgezeigt.

 

Wasserwerk

Handelsname des Aufbereitungsstoffes
(Aufbereitungsstoff nach TrinkwV)

Verwendungszweck

Rück-stände

Zeitraum

Härtebereich

Vetschau/ Spreewald

Decarbolit/Akdolit

(CaCo3, CaO, MgO)

Entsäuerung

keine

ständig

2 (7 – 14 ° dH)

Bronkow

Hydrocalcit

(CaCo3, MgCo3, SiO2)

Entsäuerung

keine

ständig

2 (7 – 14 ° dH)

Altdöbern

Decarbolit

(CaCo3, MgO)

Entsäuerung

keine

ständig

3 (14 – 21 ° dH)

Lübbenau/ Spreewald

keine

 

-

-

ständig

4 (21 – 28 ° dH)

Schrakau

keine

 

-

-

ständig

2 (7 – 14 ° dH)

Saadow

keine

 

-

-

ständig

2 (7 – 14 ° dH)

Gosda

Magnodol

(CaCo3, CaO, MgO)

Entsäuerung

keine

ständig

2 (7 – 14 ° dH)

 

Weitere Trinkwasserparameter finden Sie im Internet unter: www.wac-calau.de

In allen Wasserwerken sowie im Rohrnetz kann zur Desinfektion im Bedarfsfall Natriumhypochlorid eingesetzt werden. Das erfolgt jedoch nur in wenigen Ausnahmefällen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Der Anteil von freiem Chlor beim Kunden beträgt dann maximal 0,3 mg/l.

 

Die Trinkwasserqualitäten sind insbesondere bestimmt durch die in den Wasserfassungen vorgefundenen Grundwasserchemismen. Die Aufbereitung dieser Grundwässer erfolgt nach folgendem Prinzip:

-         Was ist unbedingt erforderlich?

-         Wie können die Parameter der Trinkwasserverordnung technisch erreicht werden? Der Aufwand dafür muss so hoch wie nötig, aber auch so gering wie möglich sein. Dieses Prinzip wird vom WAC bei allen Aufbereitungstechnologien beachtet, es gibt kein Trinkwasser, dass unsere Anlagen verlässt, welches nicht den sehr hohen Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Auch wenn das Trinkwasser der Trinkwasserverordnung entspricht, viele Mineralien enthält, also unserer Gesundheit gut tut, kann es in Zusammenhang mit Rohrmaterialien seine gute Qualität verändern bzw. dazu beitragen, dass Armaturen und Rohrmaterial Schaden nehmen. Um dieses zu vermeiden gibt es Kriterien, die alle Fachinstallateure und Sanitärplaner kennen. Die Fachleute ermitteln das geeignete Rohrmaterial, die Armaturen sowie Aufbereitungstechnologien in der Hausinstallation z. B. in Gaststätten, Zahnarztpraxen etc. in Zusammenhang mit der Wasserqualität, und zwar in genau auf das Verbrauchsverhalten abgestimmte Dimensionierungen der Hausinstallation, um eine Stagnation und damit Störung der Schutzschichtbildung im Verpackungsmaterial des Wassers - nämlich der Rohrleitung - zu vermeiden. Dieses Thema ist jedoch so vielseitig, dass es hier nicht ausführlich behandelt werden kann. Wichtig ist, bei notwendigen Umbauten, Erweiterungen oder Neuerrichtungen der Hausinstallation immer einen Fachinstallateur zu beauftragen. Deshalb beachten Sie auch unsere Liste der in das Installateurverzeichnis des WAC eingetragenen Installateure, die Sie bei uns anfordern können bzw. auf unserer Homepage nachschlagen können.

-         Besondere Probleme bereitet sehr hartes Wasser, wie wir es aus dem Wasserwerk Lübbenau abgeben, in der Hauinstallation und im Haushalt. Dieses Wasser ist zwar sehr gesund und erfüllt alle Parameter der Trinkwasserverordnung, bildet aber störende Ablagerungen. Hier muss man derzeit noch in den sauren Apfel beißen und Weichmacher verwenden bzw. häufiger die Armaturen putzen etc. Leider gibt es derzeit noch keine halbwegs kostengünstige Möglichkeit, dieses Wasser so aufzubereiten, dass eine Enthärtung ohne Nebenwirkungen auf die Trinkwasserqualität erfolgen kann. Übrigens wussten Sie, dass für die Überwachung der Trinkwasserqualität aus unseren Anlagen das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz zuständig ist? Wir als Wasserlieferer dürfen keine eigene Trinkwasseranalytik durchführen. Das dürfen nur bestimmte dafür akkreditierte Labore, die eine Zulassung durch das zuständige Ministerium haben. Trinkwasseranalysen finden Sie auf unserer Homepage, Auskünfte geben die Mitarbeiter des Fachbereichs Trinkwasser unter der Telefonnummer 03542 8899241. Mit Problemen und Beschwerden können Sie sich auch an das Gesundheitsamt wenden.

 

„Keine Anmeldung beim Zählerablesen, schlechte Begrüßung, nebenbei gesagt, dass 2006 Zähler gewechselt werden soll ohne Erklärung“


Die Zählerablesung wurde im Dezember in den Amtsblättern (Altdöbern 31.12.2005, Calau 10.12.2005, Lübbenau/Spreewald 23.12.2005 und Vetschau/Spreewald 17.12.2005) veröffentlicht. Leider war es uns nicht möglich, einen konkreten Tag für einen bestimmten Straßenzug zu benennen, da wir nicht genau voraussagen konnten, wie schnell die Ablesetrupps bei den Witterungsumständen vorankommen werden. Wenn Zähler außer der Reihe abgelesen werden müssen, wird natürlich ein Termin vereinbart, um den Zugang zum Zähler zu gewährleisten.

Bitte beachten Sie, dass sich unsere Mitarbeiter ausweisen können. Wenn Sie sich also einmal inkorrekt behandelt fühlen, so teilen Sie uns das bitte sofort mit.


Ihr Wasser- und Abwasserzweckverband Calau (WAC)